Es schneit Erdäfpel

Am Montag geschrieben und vergessen zu veröffentlichen.

Draußen schneit es Schnee. Drinnen bei mir die Sinnflut.
Schuld daran hat kein Wasserschaden, sondern die Erdäpfelspendenlieferung der Wiener Tafel.

Irgendwann wurde für jedes Land ausgemacht, ob sich eine eigene Sprache besorgt oder sich eine borgt. Und dann gibt es noch die Länder, welche zu einer geborgten Sprache auch noch unnötige Worte wie Kartoffel erfinden. Erdapfel, ergo gelbes verschrumpeltes Etwas, das in der Erde wächst, ist doch perfekt. Ausnahmefall Paradeiser versus Tomate sehe ich ein, da ist es egal, weil sowieso Spitzname Ketchup. Aber sonst bitte immer Erdapfel.

Inzwischen haben die Kinder im Hof einen Schneemann ohne Kopf gebaut. Sozusagen besonders tiefgründige Symbolik für all die fehlenden Dinge und Misstände in unserer Zeit. Bestes Beispiel wäre fehlender Schnee. Erdäpfeln gibt es wie gesagt genug, quasi Schneemannaugen wär nicht so das Problem. Probleme machen die Gemeinsamkeiten von Schnee und Erdäpfeln: Solange die beiden nicht am am Boden liegen freut sich jeder über sie und fasselt etwas von vorweihnachtlicher Stimmung. Wird aber der Schnee den Erdäpfeln immer ähnlicher und umgekehrt (bei Spendenausgaben muss, durch Ansturm der Leute, immer ein Teil der Lebensmittel verfrüht daran glauben), wird nur mehr geflucht und ich darf aufräumen, den Schnee- und den Erdäfpelgatsch.

lukas

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